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Alt 07.04.2019, 21:04   #1
Fan aus Derschlag
 
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Registriert seit: 07.04.2005
Ort: GM - Derschlag
Beiträge: 1.908
Standard Spiegel: Die Amateure haben ausgespielt.

Leitartikel : Der DFB ist vom Sportkapitalismus überfordert und braucht eine neue Struktur.

Am vergangen Samstag, drei Tage bevor mit
Reinhard Grindel schon wieder ein Präsident des
Deutschen Fußball-Bundes am Ende war, zogen
Anhänger von Borussia Dortmund auf der Südtribüne
ihres Stadions meterhohe Stoffbahnen hoch. Bei der
Choreografie waren ein Mann und ein Kind zu sehen.
Darunter hatten die Fans ein Spruchband ausgerollt, auf dem
stand: Als Kind bin ich mit Vater gekom-
men. Und der wurd auch schon von seinem mitgenom-
men - es war ein monumentales Bild der Nostalgie.

Auf dem Rasen machten sich die Spieler warm. der wert
des Kaders von Borussia Dortmund: mehr als 600 Millionen Euro.
Der Verein spielte gegen den VFL Wolfsburg, der laut Schätzungen jährlich mit mehr als 50 Millionen Euro vom VW-Konzern
am Leben gehalten wird.

In diesem Spannungsfeld-zwischen Familienfest und knallhartem
Kapitalismus - bewegt sich der moderne Fußball. Eine Zeit lang sah es so aus, als könnte dessen Faszinationskraft der Kitt für eine Gesellschaft sein,
die ihre Bindekräfte verloren hat, in der Kirchen, Gewerkschaften und Parteien zu Organisationen der Vergangenheit werden.
Fußball als Brücke zwischen Generationen und Geschlechtern. Ein Metier, in dem sich die Unterschiede von Arm und Reich auflösen.

Mit Fußball ließ sich die Stimmung im Land beeinflussen.
Auch deshalb suchten Bundeskanzler wie Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel die Nähe zu den besten Spielern des Landes.
Und die Fußballverbände motzten ihre eigene Bedeutung auf mit Kampagnen gegen Rassismus, für das Ehrenamt, für Fair Play und Inklusion.
Angeführt von einem Mann mit offenen Ohren für die sorgen des kleinen Mannes: DFB-Präsident Reinhard Grindel, das personifizierte gute Gewissen.

Auf der Strecke blieben Fragen, die in die Zukunft reichen.
Wie stellt sich der Fußball gegen finanzstarke Investoren auf?
Will er die Kinder gewinnen, die sich lieber am Computer als auf dem Platz messen?
Nun ist Grindel weg, enttarnt als Raffzahn, der fünfstellige Einnahmen verschwieg und sich von Oligarchen beschenken ließ. der Mann, der den Sumpf rund um das Sommermärchen austrocknen sollte,
ist selbst in einem Sumpf versunken(siehe Seite 120).

Es trifft den deutschen Fußball in einer ohnehin fragilen Zeit.
Die deutsche Nationalmannschaft ist so unbeliebt wie
lange nicht mehr. Die Bundesliga wird fad, ihren besten Vereinen wurde im Achtelfinale der Champions League demonstriert , dass sie von Europas Spitze abgekoppelt sind. Es muss sich eine Menge ändern, diesmal wirklich.

Sollte es noch einmal derartige Entgleisungen wie die
Grindels geben, hätte das für einen der wichtigsten Verbände des Landes fatale Folgen. Sie greifen die Werte an, für den der Fußball - nicht nur in seinen PR-Filmen - steht: für das Einhalten von Regeln und Versprechungen.

Der Verband setzt zudem seien Glaubwürdigkeit als moralische Instanz gegen Geschäftemacher aufs Spiel, die
dabei sind , den Fußballsport auszuhöhlen.

Mit Grindels Sturz ist klar geworden, dass das System DFB nicht mehr funktioniert, nicht in diese Zeit passt.
Es schafft die Balance zwischen Familienfest und Kapitalismus nicht mehr, der Verband wir dadurch korruptionsanfällig.
Die Antwort heißt: der Verband muss sich professionalisieren, muss sich darauf einstellen, dass er im
rauen Sportkapitalismus agiert.

Dazu gehört ein ehrlicher Umgang mit dem Geld.
Bislang wurde der ehrenamtliche DFB-Präsident für Aufwand und Verdienstausfall entschädigt, Grindel zeitweise mit monatlich 14000 Euro.
Und er hatte Zugriff auf eine Vielzahl anderer Töpfe. Hier wäre eine
hauptamtliche Anstellung und ein höheres Gehalt angebracht, um fähige Leute anzuziehen.
Im Gegenzug gilt Transparenz.

Ebenso verlogen war das Auswahlverfahren für den Job des Präsidenten.
Der wird von den Mitgliedern des DFB-Bundestages gewählt,
doch eine echte Wahl haben sie nicht,
weil der Kandidat zuvor von mächtigen Landesfürsten bestimmt worden sind.
Damit ist stillhalten, bekommen die Provinzfunktionäre Einladungen zu Galas und Länderspielreisen.
So führt auch diese Scheindemokratie zu einer Günstlingswirtschaft sondergleichen.
Stattdessen sollte eine Findungskommission aus dem Kreis von Kandidaten
den besten wählen, der dann vom Präsidium des Verbandes bestätigt werden müsste.

Fußball ist ein schönes, manchmal auch brutales spiel.
Mehr als das sollte es nie werden. Und das Beispiel
Borussia Dortmund zeigt, dass man trotz Professionalität
und großer Summen etwas vom Familienfest bewahren kann.

Verfasser Udo Ludwig DER SPIEGEL Nr.15/ 6.4.2019

hier getippt von FaD
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Personalrecruting wird in den kommenden Jahren eine spannende Aufgabe für die Unternehmen.
Einen Regional-oder Bundesligisten in der näheren Umgebung zu haben, kann ein Argument sein Mitarbeiter zu gewinnen.

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Alt 08.04.2019, 11:06   #2
owl-sfs
 
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Wer am Abgrund steht sollte sich den nächsten Schritt gut überlegen.
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